Der Herr der Schminke

27.07.2011 15:35:00 (Kommentare: 0)

YouTube vs. Facebook: zwei Social Media Plattformen im Härtetest

Sami Slimani
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Eines der wenigengen deutschsprachigen YouTube Phänomene, ein echter europäischer YouTube Star. Es gibt ihn tatsächlich und es wurde - wenn auch nur relativ kurz - über ihn und seinen Erfolg in den arrivierten Massenmedien berichtet.

Vielleicht haben manche von ihm gehört, vielleicht aber auch nicht. Für uns ist ER "Sami Slimani - Herr Tutorial" der Herr der Schminke und sein Erfolg nach wie vor einen Bericht wert.

Zuerst die Fakten:tl_files/Blog/Beitrag27_07_2011/herr_tutorial_youtube.png
Online auf YouTube mit seinem eigenen Kanal seit 06.03.2009.
http://www.youtube.com/HerrTutorial

Kanalaufrufe bis heute: 10.817.061
Uploadaufrufe gesamt bis heute: 37.597.274
Abonnenten: 253.746

Ein deutscher Abiturient, der bei einem Auslandsaufenthalt von US-Amerikanischen YouTube Stars fasziniert war, beschloss, seine Begeisterung für dieses Medium und seine Möglichkeiten nach Hause mit zu nehmen.

Und die Umsetzung kann sich sehen lassen, wenn auch er sich erst entwickeln musste, aber Mr. Body Lotion lernte schnell. Der Erfolg gibt ihm recht.

Wer also etwas von Relevanz zu erzählen hat (und Relevanz definieren seine Nutzer), das auch inszenieren kann und dabei authentisch bleibt, ist auf YouTube wohl besser aufgehoben als auf dem bei uns weitaus mehr gehypten Facebook. Wie man sieht.

Facebook facts:
Facebook Fanseite 
http://www.facebook.com/HerrTutorial
75.588 Fans

Twitter URL:
http://twitter.com/#!/herrtutorial
41.663 Follower

Authentizität werblich und somit ökonomisch zu nutzen ist keine leichte Übung, würde aber Mut voraussetzen, dadurch aber umso erfolgreicher sein.

Was also bei Spitzensportlern und Pop Künstlern bereits gelernt ist, durch Sponsoring von Persönlichkeiten Sympathie und Aufmerksamkeit zu erwerben, scheint hier noch nicht zu greifen.

Sami zum Werbeträger einer Handelskette oder eines Markenartiklers zu machen mit der Auflage "exklusiv" nur noch für das zahlende Unternehmen und in dessem Sinn tätig zu sein, würde seine Authentizität zerstören und somit seinen Erfolg und somit die erwünschte Wirkung verfehlen.

Vielleicht würde in Samis YouTube-Sendung (denn so könnte man es für all jene nennen, die sich mit dem Thema noch nicht auseinander gesetzt haben und eine Parallele in die klassische Medienwelt suchen) ab und an auch über den einen oder anderen Artikel der Partner-Marke nicht das beste berichten, sich vielleicht auch einmal kritisch zum einem Sponsor äußern. Aber - das schadet nicht! Denn es kann auch helfen, besser zu werden.

Und wie viel Geld geben wir in unserer Branche ohnehin für Befragungen, Erhebungen und Marktforschungen aus, um genau das heraus zu finden? Hier wird es womöglich noch frei Haus mit geliefert.

Auch Sami trägt ein Käppchen - meistens jedenfalls und nur so als Tipp - und Niki Lauda äußert sich vielleicht auch nicht immer im Sinne seiner Kappen-Sponsoren.

Aber das macht ihn authentisch und glaubwürdig und genau das ist es ja auch, was ein Sponsor "gekauft" hat, die Glaubwürdigkeit und Seriosität des Testimonials (ürbigens: was sich etymologisch aus dem lateinisch testari = bezeugen, abgleitet, im deutschen Sprachraum aus dem englischen Testimonial = Referenz, Zeugnis abgeleitet wird).

Im Falle Niki Lauda läuft dieser gerade eher Gefahr, die Marke "Niki Lauda" durch den Sponsor beschädigt zu bekommen, als umgekehrt.

Warum also nicht "Starscouten" und auch mal "Käppchen" von solchen Stars belegen?

Was wären Ihnen denn 37,5 Millionen Kontakte wert?
Und wo bekämen Sie die heute noch?
Noch dazu in dieser einzigartigen Form und eindeutigen Zielgruppe?

Sami ist weder gelernter Visagist, noch professioneller Entertainer. Sami ist Sami und darin verdammt gut. Sami ist ein YouTube Star und weiss - wie man sieht - was er tut, denn seine Fangemeinde honoriert es mit Aufmerksamkeit und Interesse.

Sami verkörpert eigentlich alles, was sich "Erwachsene" heute unter einem jungen Menschen - theoretisch - vorstellen und mehr. 

Ein wohlerzogener und dennoch trendiger junger Mann. Mit Migrationshintergrund (was vor allem heute ein besonderes Thema zu sein scheint).

Was hierdurch auch bewiesen ist: Es scheint auch Themen und Präsentationsformen zu geben, die Jugendliche tatsächlich mehr ansprechen, als so manche einschlägigen TV Formate mit "Sozialporno"-Charakter.

Hiervon jedoch ableiten zu wollen, dass dies auch als TV Format im herkömmlichen linearen Fernsehen funktionieren könnte wäre falsch.  Nicht zuletzt weil diese Form wesentlich von der Interaktion des "Senders" mit den "Adressaten" lebt. Der Konsum der Beiträge am TV Schirm (z.B. als Hybrid TV App) hingegen erscheint weitaus erfolgversprechender.

Vielleicht ist "die heutige Jugend" besser als man denkt, anständiger als man denkt. Eines ist sie aber jedenfalls: kritischer. Auch in ihrem Konsum von Unterhaltungs-Produkten.

Wer mehr über Sami und seine Geschichte lesen will, hier ein paar Links:
Zeitgeist Magazin: http://zeitgeistmagazin.com/tag/sami-slimani
Spiegel.de: http://www.spiegel.de/schulspiegel/leben/0,1518,668811,00.html


(Autor: Roland Ernst Nikitsch)

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