Die Auswirkungen: Internet am TV für Internetserviceprovider und Kabelnetzbetreiber

27.02.2011 21:49:00 (Kommentare: 0)

Intelligent gemacht: die Chance, TV Sender als Gatekeeper abzulösen.

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Google steigt ins Stromgeschäft ein

Am „gefährlichsten“ ist diese Entwicklung derzeit für Kabelnetzbetreiber. Reihenweise Abmeldungen des Kabel-TV-Anschlusses sind bereits in den USA zu verzeichnen und bringt die Geschäftsmodelle der Kabel-TV-Gesellschaften in ernste Bedrängnis. „Wozu Kabelgebühren zahlen, wenn ich alles über das Internet bekomme?“ denkt sich da der US-Amerikaner, kauft sich eine Google-, Boxee- oder Apple TV-Box und lässt das Kabel Kabel sein.

 
In Europa wird dies vielleicht nicht ganz so dramatisch ausfallen, da viele Kabelnetzbetreiber in unseren Breiten gleichzeitiger weise Internetservice-Provider sind. Was aber sicherlich ein Thema werden könnte, ist die Gefährdung des Einnahmenstromes durch die Einnahmen aus Einspeistarifen, die die TV Anstalten für die Verbreitung ihrer Sender den Kabelnetzbetreibern zu entrichten haben. Wenn das in Zukunft auch ohne denen geht - wer weiss.
 
Die großen Gewinner dieser Entwicklung könnten aber die festnetzbasierenden Internetservice-Provider werden, sofern sie rechtzeitig erkennen, was all das für ihr Geschäft bedeutet.
 
Statt Aon-TV Aon-Total-Complete mit Breitbandinternet, WLAN, Internet TV Box und Internet TV Channels. Die Box gibt‘s bei 24 Monatsbindung gleich gratis dazu, ein bißchen in eigene Contents investieren, ein bisschen in Redaktion zum „Internet Programm Zusammenbau“ investieren und Gatekeeper im Wohnzimmer werden. Wer die Box und das Kabel im Griff hat ist der, der über die „Push“ Option verfügt.
 
Ob Werbeeinnahmen, Einspeistarife für TV Stationen, Revenue Shares an z.B. Teleshoppingkanälen oder anderen direkt transaktionalen Geschäften; die Möglichkeiten sind vielfältig. Was man sich aber holen sollte ist jemand, der von dem Geschäft etwas versteht, denn jedes Mal wenn Telekommunikationsexperten sich im Mediengeschäft versuchten, ging das fürchterlich daneben. Leider wurde aus diesen Erfahrungen immer der falsche Schluss gezogen: „Diese Geschäftsmodelle würden nicht funktionieren“ - FALSCH - es haben nur die falschen Menschen versucht.
 
Handlungsbedarf gibt es derzeit sowohl bei Telekommunikationsunternehmen wie bei Kabelnetzbetreibern gleichermaßen. Der erste, der er versteht und umsetzt, wird das Rennen machen.
 
Wer im Wohnzimmer landet, Telekommunikationsminuten und Bandbreite international einkaufen und handeln kann und das dann auch noch an den Endverbraucher distribuieren kann und abrechnen kann - und das ist so weit man weiss das Kerngeschäft der Telekommunikationsunternehmen - der kann das gleiche auch mit Strom.
 
Denken Sie darüber nach!
 
Oder - Was würde Google tun? (Google ist bereits letztes Jahr ins Stromgeschäft eingestiegen und wenn die Google Box nicht auch als Stromverrechnungstool fungiert, dann...).
 
Freenet hat das auch bereits getan.
 
Bei der EU-Vorgabe nach neuen, kürzeren und transparenten Stromverbrauchsabrechnungen ist das wohl kein unspannender Markt für jeden, der das kann...
 


(Autor: Roland Ernst Nikitsch

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