Krone.at - ein Zeitungsportal wird öffentlich rechtlich!

05.01.2011 23:14:00 (Kommentare: 0)

Wer hätte das gedacht!

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H.C. Strache im Interview mit Claus Pandi „Politik im Bild“

Kaum zu glauben, aber es scheint wahr zu sein. Die Kronen Zeitung, die auflagenstärkste Tageszeitung in unserem Land, hat sich scheinbar entschlossen, mit ihrem Internetangebot dem ORF zu beweisen, dass Online-Medien auch ohne jede Werbeeinnahmen funktionieren und ein gutes Geschäft sind.
 
Das Geheimnis hinter diesem Geschäftsmodell konnten wir noch nicht lüften, aber wir bleiben dran.
 
Seit nunmehr bald 6 Monaten ist krone.at völlig werbefrei. Kein Banner, kein Skyskraper, kein gar nichts. Seltsam „aufgeräumt“ sieht das aus und zum ersten Mal sticht da auch - wenn auch wenig prominent platziert - „Krone TV“ ins Auge.
 
Da soll noch einmal einer sagen, dass sich Internetportale nur durch Werbung oder Bezahltinhalte finanzieren können!
 
Die krone.at hat auch einen neuen Geschäftsführer: Peter Rathmayr
 
Nach vielen Jahren der „Regentschaft“ von Susanne Obermayer, die, wie böse Zungen behaupten, erstaunlich wenig aus dem Potential des Mediums gemacht hat, folgt nun mit neuem Elan Herr Rathmayr und sein Team.
 
Um Einnahmen braucht er sich ja nicht zu sorgen, denn werbefrei ist werbefrei und wenn das der Eigentümerwille ist, so muss dieser respektiert werden. Andernfalls - ja, andernfalls - was wäre dann?
 
Neuer Wind ist wahrscheinlich nicht zu erwarten, trug Rathmayr als Assistent von Obermayer die Strategien der Krone.at der Vorjahre (2008 bis 2010) ja massgeblich mit.
 
So ist es nur all zu verständlich, dass ein junger ambitionierter Mann als erste Amtshandlung nach seiner Bestellung sein XING Profil von „Business Analyst, Lgt. Controlling , Lgt. SEO & SEM“ auf „Geschäftsführer“ ajouriert.
 
Wie lange hat er wohl auf diesen Augenblick warten müssen? Und was jemand als „Business Analyst“ bei krone.at 2 Jahre lang analysiert hat, muss wohl alles das gleiche Ergebnis in der Analyse gehabt haben: es gibt kein Business. Auch keine Banner und Skyskraper.
 
Was wahrscheinlich auch der Grund dafür war, warum all die Jahre kaum eine Innovation in der krone.at stattfand.
 
Eines der Ergebnisse einer 2 jährigen „Business Analyse“ dürfte auch die Erkenntnis gewesen sein, dass sich Online Werbung schlicht weg nicht rechnet.
 
Auch den Videotrend hat man, wie es scheint, rechtzeitig erkannt und KroneTV implementiert. Die Inhaltsangebote sind zwar noch relativ dürftig und wirken wie erste Gehversuche auf völlig neuem Terrain (wie meist, wenn man sich nach dem Motto „Jugend forscht“ im Selbstversuch an die Funktionalitäten des neuen Equipments herantastet und versucht, Fernsehen „nachzubasteln“) aber dafür verzichtet man ganz bewusst auf Web 2.0 Elemente wie z.B. die Funktion des Embedding, die Frequenz bringen könnte, oder den ernsthaften Betrieb des eigenen YouTube Kanals, der am 10. Dezember 2007 ans Netz ging und seinen aktuellsten Beitrag mit 18. Mai 2009 datiert („krone.at Fernsehspots“).
 
Jedenfalls schützt man sich auch im Social Network YouTube erfolgreich gegen Viral-Effekte und hat dort das Embedding entsprechend deaktiviert.
 
Dies erledigt dafür (vielleicht im Auftrag der Krone.at?) die FPÖ - vielleicht bald auch Austrias biggest political party - auf ihrem YouTube Channel „Österreich zuerst“ mit immerhin 111.113 Kanalaufrufen und 1.450.990 Uploadaufrufen, 1.149 Abonnenten.
 
Aber wie man auf YouTube erfährt: „krone.tv is the IPTV channel of Austrias biggest daily newspaper, the "Neue Kronen Zeitung" - BRAVO!

It is alwehs gut to reit in inglisch on se YouTube tschennel wen ju want to rietsch se Austrian Leser of se Kronenzeitung wis tscherman schpiking videos.

Und was soll man da im Ausland von uns denken, wenn unsere „biggest daily newspaper“ nicht mehr als das auf YouTube zustande bringt?

Ein Poster mit (leider) relativ niedrigem Niveau bringt seine Meinung sehr deutlich und unmissverständlich zum Ausdruck.

Im übrigen der einzige Kommentar am IPTV Channel of Austrias biggest daily newspaper und auch schon über vier Monate alt und würde für gewöhnlich ob seiner „ruralen“ Ausdrucksweise von jeder verantwortungsvollen Redaktion entfernt werden. (Nur so ein Tipp).

Immerhin wurde der Kanal in 3 Jahren bereits 903 mal aufgerufen und die Videos ganze 5.334 mal gesehen. Die 3 Abonnenten deuten auf ein funktionierendes Bezahlsystem hin.
 
Alles zusammen kann man also sagen:
Ein ausgeklügeltes und gelungenes Konzept, das die Konkurrenz noch das Fürchten lehren wird, von Meisterhand, einem Business Analysten in zweijähriger schweisstreibender Arbeit entworfen und nunmehr auch durch selbigen zur Umsetzung gebracht.
 
Um „internäschonäl“ zu bleiben: Gratulinsky
 
Nach all der Ironie dieses Beitrages, denn ernst zu nehmen ist dies ja alles wohl nicht, sei noch eine ernstgemeinte Kritik/Lob angebracht:
 
Die einzigen Lichtblicke sind derzeit die Video Beiträge von Claus Pandi „Politik im Bild“ die - wahrscheinlich weil sie tatsächlich von Interesse sind, an unauffindbare Stelle am Portal verräumt werden.
 
Vielleicht kann man Herrn Pandi mit ein bisserl einem Budget ausstatten, ein bisserl prominenter auf der Portalseite platzieren, wir würden uns alle freuen.
 
Ein lebendes Beispiel dafür, wie wenig man aus enormen Potential machen kann/will. Schade drum.


(Autor: Roland Ernst Nikitsch

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