ORF: Die Folgen - Du bist Protektionist!

20.01.2012 14:17:00 (Kommentare: 0)

Du bist Protektionist! - Eine Belegschaft unter Generlaverdacht!

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                                FS Misik Folge 213: "Warum Niko Pelinka seinen ORF-Job nicht antreten sollte." (click to play)
 
Die größte Aufregung scheint vorbei und aktuell bemüht sich offenbar jede um die Herstellung von "Normalität". Der Generaldirektor nennt die Turbulenzen "Debatten" und sieht diese als "Zeugnis von Stärke". Die Redakteure betonen, es wäre niemals um Personen (Niko Pelinka) gegangen, sondern "gegen das Sytem der politsichen Packelei".
 
Der wahrscheinlich größte Schaden - ein Kollateralschaden - bleibt bisher noch völlig unbeachtet: das Bild des ORF Mitarbeiters in der Öffentlichkeit - Du bist Protektionist!
 
Es gab Zeiten da ORF Mitarbeiter sehr gefragte Arbeitskräfte am Markt waren. Damals war der ORF auch noch eine hervorragende Ausbildungsstätte.
 
Heute: die Glaubwürdigkeit der Unabhängigkeit des ORF Journalismus scheint wieder hergestellt. Die ORF Journalisten haben ihren Ruf in der Öffentlichkeit und Ihre Glaubwürdigkeit erfolgreich verteidigt. Aber was ist mit all den anderen ORF Mitarbeitern, all denen die Ihren Dienst in Bereichen versehen, in denen es nicht um journlaistische Freiheit, nicht um Politik, oder Unabhängigkeit von Politik geht, weil sie dort schlicht weg keine Rolle spielt? Mitarbeiter im Unterhaltungsressort, in der Technik, in Redaktionen, die nicht im Nachrichtengere Ressortieren oder z.B. in der ORF Grafik? (um nur einige andere, weniger öffentlichkeitswirksame Bereiche exemplarisch zu nennen)
 
Sie alle stehen nun unter Generlaverdacht Protektionisten, Minderleister und Parteibuch-Spezis zu sein. Wehren können sie sich nicht. Womit, oder wodruch auch? Ein Protestvideo der ORF Technik? Ein Protestvideo der ORF Grafik?
 
Wie wird man diesen Schaden reparieren. Einen Schaden, den einzelne Personen im ORF wahrscheinlich im sozialen privaten Umfeld täglich erleben werden?
 
2012 steht - wahrschenilich in Ermangelung sonstiger ernsthafter "Krisen" wie Euro-, Finanz-, Banken- oder Wirtschaftskrise - ganz im Zeichen eines jahrtausendalten Kalenders und einem vermeintlichen "Weltuntergang" der angeblich im Maya-Kalender bereits vorgemerkt worden sei.
 
Vielleicht ist 2012 aber für den ORF ein Jahr der Veränderung. Ein Jahr der Chancen. Vielleicht ist es ein Jahr der Rückbesinnung auf eine Kultur des "Mit einander Umgehens" und kein Jahr der (unternehmens-) kulturellen Apokalypse. 
 
Vielleicht hat dieses Gewitter Reinigung gebracht. Die Luft wird sauber und nicht ist mehr so dick. Gute Voraussetzungen eigentlich um etwas neu zu beginnen. Gemeinsam Felder neu zu bestellen und vielleicht - sofern das Wetter hält - auch bald gemeinsam ernten zu können.
 
Es wäre eine gute Zeit um sich iternen "Reparaturen" zu widmen um in Zukunft solche Stürme vermeiden zu können. Es ist immer eleganter und nachhaltiger Probleme erst intern klären zu können, bevor man den letzten Ausweg - den Gang an die Öffentlichkeit und die Mobilisierung dritter wählen muss.
 
Ich hoffe, dass diese Kultur der internen Kommunikation und der internen Klärung auch dem ORF möglich sein wird. Von alleine geht das nicht, daran muss man arbeiten. Vor allem in den Führungsebenen.
 
 

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