switchX - Innovation aus dem Haus ORF

07.01.2011 23:30:00 (Kommentare: 0)

Wenn Innovation in einem Unternehmen stattfindet, aber es offenbar keiner merkt.

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Lisa Schülers Russisch Kurs im ORF anno 1974 - Neuauflage mit switchX?

Heute wollen wir aber über eine Entwicklung berichten, die in diesem Hause schon viel zu lange vor sich hin schlummert und es offenbar - aus unerfindlichen Gründen - nicht schafft, das Licht der Öffentlichkeit zu erblicken oder auch nur die Unterstützung zu erhalten, die ein solches Projekt braucht.
Wir erzählen heute von „switchX“.
Die Öffentlichkeit die das Unternehmen ORF in den letzten Jahren erfuhr, basierte leider meist nicht auf positiven Begebenheiten. Ob zu Recht, oder zu Unrecht steht auf einem anderen Blatt.
 
Heute wollen wir aber über eine Entwicklung berichten, die in diesem Hause schon viel zu lange vor sich hin schlummert und es offenbar - aus unerfindlichen Gründen - nicht schafft, das Licht der Öffentlichkeit zu erblicken oder auch nur die Unterstützung zu erhalten, die ein solches Projekt braucht.
 
Wir erzählen heute von „switchX“.
 
Offenbar haben sich engagierte Mitarbeiter des Hauses lange Zeit den Kopf zerbrochen, wie man TV und das Verlangen nach sozialen Elementen (Social Media) unter einen Hut bringen könnte. Vielleicht haben diese Mitarbeiter auch einfach aus der Not eine Tugend gemacht, vielleicht entstand all das auch nur aus einer Budgetknappheit für Sendungsentwicklung und Realisierung. Wie wir erfuhren, war es eine Kombination aus all dem.
 
Tatsache ist aber, dass hierdurch wieder einmal bewiesen wurde, dass der ORF trotz oft widrigster Umstände für kreative Mitarbeiter immer noch eine Legebatterie genau für solche herausragenden Ideen und Entwicklungen ist.
 
Wir erzählen von dieser Entwicklung, weil es bisher keiner tat und weil sie es uns wert erscheint. Weil es sich um einen Ansatz handelt, der mehr als nur weiter verfolgenswert erscheint und vielmehr noch, mit dem der ORF - mit ein bisschen Mut und ein bisschen Budget - endlich das erreichen könnte, was ihm schon seit viel zu langer Zeit misslingt, nämlich wieder eine jüngere Zielgruppe für sich und seine Programme zu begeistern und Internet-Technologien auch mal dafür benutzen könnte, junge Menschen wieder an den ORF heranzuführen.

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Was ist „switchX“?

Echtes interaktives TV als TV Format, wie man es bisher noch nicht sah mit enormen Potential.

Aufgabenstellung dürfte es gewesen sein, dass man das Prinzip der Live-Zuschaltung von z.B.: Auslandskorrespondenten in eine Sendung ohne teure Satellitenverbindung ermöglichen wollte. 

Seit „Skype“  - wie wir wissen - prinzipiell keine Hexerei mehr und noch dazu kostengünstig, aber leider nicht fernsehtauglich. Da man schon sehr früh mit diesen Versuchen begonnen hatte und die Anforderungen für einen TV Sender an ein solches Instrument etwas diffiziler sind als an einen reinen Videochat, hatte man sich daran gemacht, mit engagierten Partnern einen eigenen „Client“ zu entwickeln.

Langer Rede kurzer Sinn: switchX besteht aus einem „Stückl“ Software, das auf einem herkömmlichen Windows Rechner installiert wird (frei zum Download), einem etwas höherwertigen Headset (also Kopfhörer mit Mikrofon) und einer HD tauglichen WebCam von Logitech

(25 Frames/Sek).

Alles in allem ein überschaubares Investment für einen „Arbeitsplatz“ / „Teilnehmerplatz“ aber mit enormer Spass-Komponente, wenn man fünf Minuten darüber nachdenkt, was man damit alles anstellen könnte!

zum switchX Factsheet

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Eine der wesentlichsten Herausforderungen für einen TV Sender und eine TV Redaktion - vor allem bei Live Schaltungen - stellt das so genannte redaktionelle „Staging“ dar. Darunter versteht man die zwingend notwendige Möglichkeit für einen (oder mehrere Redakteure) eingehende (Video)Anrufe zu selektieren und live auf Sendung durchzuschalten, oder - wenn vom Regieplatz als notwenig betrachtet - auch möglichst rasch wieder „off Air“ zu nehmen. Situationen die so etwas erfordern kann sich jeder lebhaft vorstellen, wenn man z.B. an eine Live-Diskussionssendung mit zugeschaltenem Publikum denkt.

Da könnte schon das eine oder andere Mal jemand dabei sein, der nicht „ganz sendetauglich“ ist.

(Für alle, die sich immer noch nichts darunter vorstellen können, hier einige Links zu Anrufen, die man wahrscheinlich nicht  Live auf Sendung haben möchte und mit Bild vielleicht auch noch viel weniger: Beschwerde über ORF Wettervorhersage, Beschwerde über Gladiator).

Und all diese redaktionellen Voraussetzungen erfüllt switchX.

Anwendungsmöglichkeiten:

• Bildungsfernsehen - Internationale Experten von internationalen Universitäten
• Nachrichten - Zuschaltung von Korrespondenten, Experten, Politikern ohne TV Studio und Kamerateam vor Ort
• EU-TV: erstmals könnte Brüssel näher an seine Bürger kommen.
• Sprachkurse
• Nachhilfen
• Jugend:
• Starchat - Star im Studio (oder selbst vor PC), Fans werden (von zu Hause) zugeschalten
• Politikerchat - Politiker im Studio (oder selbst vor PC), Jugend wird zugeschalten
• Horoskop - Astrologe im Studio (oder selbst vor PC), Seher werden zugeschalten
• Beratung - Experte im Studio (oder selbst vor PC), Seher werden zugeschalten
• Quiz
• u.v.m

Kurz: Eine „Neuauflage“ des Dial-in Formats mit „15 Minuten Ruhm“ für jedermann! Wer wollte nicht schon immer ins Fernsehen?

Egal, ob der PC in Sichtweite des TV Schirmes steht, oder nicht, mittels Split-Screen auf dem PC und TV (man sieht sich selbst und alle anderen Teilnehmer), oder man tatsächlich direkt vor dem TV Schirm sitzt (Laptop), oder man gar das TV Gerät selbst (internettauglicher Fernseher, oder GoogleTV, BoxeeBox, iTV) dazu nutzt, jeder kann mitmachen!

Für alle, die es versäumt haben - ein Rebroadcast auf dem eigenen YouTube Kanal.

Aber nicht nur für TV Sender ist diese Technologie interessant. Hiermit kann so gut wie jeder seine eigenen Live-Shows im Netz produzieren, ab kommenden Herbst mittels Boxen und internettauglichen TV Geräten auch im Wohnzimmer am Fernseher und über TV App als fixes „TV Programm“ im „Sendermenü“ in den Wohnzimmern.

Eine Einbindung von Facebook & Co wäre wünschenswert und spannend und würde der Idee in kürzester Zeit wohl die Breite verschaffen, die eine solche Idee verdient.

Hierzu ist jedoch noch ein überschaubarer Investitionsbedarf gefragt, denn so richtig massentauglich wird das ganze erst als reine Browseranwendung Betriebssystemunabhängig. Wir sind uns sicher, das switchX Team freut sich über jede Unterstützung, denn, wie man hört, könnten die ersten Pilotversuche (vorbehaltlich Finanzierbarkeit) - wenn schon nicht im ORF, dann aber auf Bayern Alpha, TW1 und vielleicht auch auf 3Sat den einen oder anderen Programmplatz finden.

Wie gesagt, im ORF schlummern Innovationen die erweckt werden wollen und solche Meldungen würden wir wohl alle lieber lesen als die 480ste Auflage von „Superalex“ und seinen „glorreichen Sieben“.

P.S.: Sollte man im ORF diese Mitarbeiter nicht finden, wir vermitteln gerne (natürlich auch gerne an den Mitbewerb)!


(Autor: Roland Ernst Nikitsch

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