Tageszeitungen im Wandel - iPad, aber wirklich!

31.12.2010 21:44:00 (Kommentare: 0)

Variante 1 - die iPad-Rambo Version

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Der wahrscheinlich einzige Grund, warum das iPad niemals die Tageszeitung ersetzten wird.
 
Wir gehen davon aus, dass unser Produkt in Qualität und inhaltlicher Ausprägung keinerlei Anpassungsbedarf aufweist und seinen Markt hat und weiter begehrlich ist.
 
Wir gehen weiters davon aus, dass eine überschaubare, meist bereits existente iPad Version (Android), als technischer Träger für unser Produkt auch in Zukunft ausreicht, vielleicht, wenn man Lust hat, ab und an „aufgepeppt“ durch das eine oder andere Video.
 
Wir gehen auch davon aus, dass wir „Tageszeitung“ bleiben und auf etwaige Ausspielung auf den TV Geräten in den Wohnzimmern verzichten und diesen Markt anderen überlassen.
 
Diese Variante hat ihren Charme darin, dass der Ansatz der Tageszeitung in seiner Nutzungsart und Funktion im Medienkonsumportfolio der Menschen ohne gröbere „Brüche“ beibehalten werden kann.
 
Gleichzeitig bedeutet es aber auch, dass man sich auch entsprechend neu positionieren muss und neue Werbeformen anbieten muss und was noch viel wichtiger ist: NEUE Tarife, denn wenn man wieder in die Internet TKPs verfällt wird man auch diese Zukunft nicht finanzieren können.
 
Tatsache ist aber auch, dass diese neuen Werbeformen breit angeboten können werden müssen und da kommt unser iPad-Rambo Ansatz ins Spiel:
Auch hier ist Reichweite King! Also muss oberstes Ziel sein, dieser neuen iPad Tageszeitung vom Scratch weg einer ernstzunehmenden Reichweite zu verhelfen.
Das wiederum impliziert eine möglichst rasche Verbreitung der Tablet PCs.
Dabei sind zwei Punkte zu beachten: das iPad Abo, respektive die Nutzung muss für den Verbraucher gratis sein, zumindest als „gratis“ erscheinen und so wahrgenommen werden und anderseits muss man - zumindest bei Apple Betriebssystemen - darauf achten, aus der unverschämten Preispolitik von Apple App Store iTunes raus zu kommen.
 
Unlösbar? Nein. Die Rambo-iPad Methode hat auch ihre enormen und unschlagbaren Vorteile, sofern man sich mit dem Geschäftsmodell von Mobilnetzbetreibern auseinandersetzt und es auf das eigene adaptiert und sich mit einem solchen (Mobilnetzbetreiber) oder mit mehreren „ins Bett legt“.
 
Ein solcher ökonomischer Beischlaf eröffnet nämlich unter dieser Geschäftsmodellkombination dem Tageszeitungverlag zukünftige Geschäftsfelder, die zwar völlig artfremd sind, aber dennoch durch reine „Vermittlungsgebühren und Folgeprovisionen“ in Zukunft erstaunliche Einnahmen generieren können. (Stichwort: Stromhandel).
 
Diese Variante ist refinianzierbar, vor allem, weil die Kosten für die Hardware kalkulierbar sind und nicht vom Verlag alleine getragen werden müssen.
Weiters bietet sie den Vorteil, von einer derzeit und vielleicht noch ein Jahr bestehenden Begehrlichkeit am Endverbrauchermarkt zu profitieren und die eigenen Abogebühren im Mobilservice und in der „Hardware“ zu verstecken. Somit bekommt der Endverbraucher den Eindruck, der Content wäre gratis, ist er aber nicht weil im internen Verrechnungsmodell dieser sehr wohl gecharged wird. Andererseits freut sich der Endverbraucher über das neue „Must-Have-Spielzeug“ und zu guter letzt entkommt man durch Vorinstallation des eigenen Apps jeder „Wegelagerung“ von App Stores.
 
Nachteil: unser iPad Rambo hat nur begrenzt Zeit (maximal 24 Monate für den Marktausbau) und die Investitionskosten müssen wahrscheinlich durch die parallele Reduktion der gedruckten Auflage und deren Distributionskostenreduktion mitfinanziert werden.
 
Ausser man ist bereit, diese Kosten tatsächlich „ex pocket“ zu investieren.
 
Wer diesen Weg geht, hat in diesem Marktsegment die Nase vorn, geht aber auch ein Risiko ein, nämlich: man muss der erste sein, denn dieses Modell wird vom Mitbewerb rasch nachgeahmt werden können.
 
Hier hätten Zeitungskonzerne mit mehr als einem Titel natürlich enorme Vorteile gegenüber Einzelmedien.
 
Solche Geschäftsmodelle sind durchaus errichtbar und vor allem sehr detailliert kalkulierbar. Das wiederum ist der Vorteil, weil man auf bestehende Erfahrungswerte zurückgreifen kann, bestehende Distrubutions- und Abrechnungsinfrastruktur nutzen kann und weil diese Modelle bereits vom Endverbraucher gelernt sind.
Ein erfolgreiches Beispiel für ein solches Modell aus einer ganz anderen Branche ist Nespresso.

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