Warum Internet TV am Flatscreen auch ohne Streaming von TV Sendern ein „Renner“ wird

26.01.2011 13:11:00 (Kommentare: 0)

Ob nun TV Stationen und klassische Content Provider Google TV & Co boykottieren oder nicht, ist für den Erfolg dieser Mediennutzung völlig irrelevant. Zumindest in Europa.

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Während im deutschsprachigen Raum nach wie vor die Diskussion über „Qualitätsjournalismus“ und der Finanzierbarkeit von Tageszeitungen, Magazinen und deren Online Aktivitäten hitzig geführt wird, sich TV-Sender damit beschäftigen, ihre Inhalte dem Endverbraucher noch restriktiver zugänglich machen zu wollen (Stichwort: HD+), oder man - warum auch immer - der Meinung ist, dass es irgend einen (Wettbewerbs)Vorteil brächte, wenn man öffentlich rechtlichen Sendern den „Rebroadcast“ der eigenen Inhalte im Internet (TV Theken) zeitlich limitiert für lediglich sieben Tage gestattet, hat Google bereits die übernächste Runde in den USA eingeläutet.
 
Internet TV. Korrekter Weise muss man eigentlich erwähnen, dass Google weder die ersten, noch die einzigen sind, die auf dieses Thema setzen. An Google und seiner Box wird die Diskussion eben nur festgemacht.
 
Auch unsere Medien sind seit geraumer Zeit voll mit Berichten über meist „negative“ Entwicklungen dieses Google Projekts. Deshalb, weil die TV Content Anbieter in den USA die Bereitstellung ihrer Inhalte für solche Dienste verweigern, in den USA auch aus nachvollziehbarem Grund, entginge ihnen durch diese Gratisdistribution ein wesentlicher Teil ihrer Einnahmen, denn in den USA funktioniert der gesamte TV Markt etwas anders als bei uns in Europa.
 

Egal, ob nun auf der Google, Boxee, Apple, oder XY Box, oder auf internetfähigen TV Geräten von Sony, Samsung und Philips TV Sender als „Content“ abrufbar sind oder nicht, es wird nichts daran ändern, dass diese Boxen und in weiterer Folge auch TV Geräte mit integrierter Internet Technologie bis 2013 in 30% aller Österreichischen und Deutschen Haushalte verfügbar sein werden und genutzt werden (30% ist unsere Überzeugung, viele Unternehmen gehen von über 50% !!! aus - und auch diese Annahme ist realistisch).

Beispiel:

 „I guarantee that five years from now TV as we know it is gone,” says Doc Searls, a fellow at the Berkman Center for Internet and Society at Harvard University. (Hier zum vollen Artikel „How the Internet is Changing the Way We Will Watch TV“: Scientific American, von Michael Moyer)

Warum:
Die heutigen Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren bekommen wir ohnehin schon längst nicht mehr vor die „Glotze“. Für diese Altersgruppe ist TV lediglich ein „Nebenher-Medium“. Während im Hintergrund MTV, VIVA & Co laufen werden am Laptop / PC (bald vielleicht iPad, Tablet) die eigenen Social Media Profile gewartet, über diese mit „Freunden“ kommuniziert, Internet gesurft und letztlich YouTube & Co geschaut.
 
XBoxen, Playstations und Nintendo WIIs dienen heute diesen jungen Menschen schon als Internetterminal am Flatscreen im Wohn- oder Kinderzimmer und auch dort wird ge-youtubed und gesurft, oder es wird der Laptop/PC gleich an den Flatscreen angesteckt und man verwendet das „Fernsehgerät“ dafür.
 
Ob uns solche Entwicklungen gefallen oder nicht, ob wir der Meinung sind, dass Inhalte, die im Netz angeboten und konsumiert werden, Trash und Schrott sind, oder nicht, ob wir diese Entwicklung für bedenklich halten, oder nicht, ist völlig irrelevant, denn das IST HEUTE GEGENWART!
 
Ob ältere Menschen nun nach wie vor TV als Leitmedium nutzen werden oder nicht, sei a) dahin gestellt und b) so lange nicht von besonderer Bedeutung, so lange diese „Zielgruppen“ für die werbetreibende Wirtschaft als „nicht werberelevant“ gelten und für eine Reichweite in diesen Altersgruppen kein Geld fließt.
 
Klick, klick - Kopfrechnen hört man nicht!
Business-, Finanz- und Unternehmensplanungen sind auf 3 bis fünf Jahre ausgerichtet. Wer heute 16 ist, ist in drei Jahren 19 und in fünf Jahren 21! Also: wenn wir diese Herrschaften heute schon nicht mehr über „klassische“ Medien erreichen, werden wir das in drei und fünf Jahren schon gar nicht mehr. Diese Altersgruppe musste ihr Verhalten niemals ändern, sie hatten dieses Verhalten seit Anbeginn ihrer Mediennutzung! (Stichwort: Digital Natives).
 
Diese Altersgruppe packt Geräte aus Schachteln und benutzt sie, ganz ohne Hemmschwellen, Gebrauchsanleitungen oder Erklärungen. „Plug and play“ Konsumenten eben.
 
Aber auch alles zwischen 25 und 40 Jahre hat bereits einen anderen Zustand zu TV & Co. Alternativen sind willkommen und werden nicht nur gewünscht, sondern auch gesucht. Mit dieser Technik, die noch dazu mehr als erschwinglich ist, ist die Alternative gefunden (Vergleich: iPad ab EUR 499,- Apple TV um EUR 119,-) und wer an eine rasante Verbreitung von teuren iPads glaubt (immerhin setzen Printmedien ihre Hoffnungen darauf), der kann wohl eine noch rasantere Verbreitung von Internet TV Geräten angesichts dieser heutigen Preisgestaltung nicht mehr leugnen!
 
„Aber wenn da kein Fernsehen mitgeliefert wird, dann ist ja auf der Box nix drauf, was ich sehen kann! Warum soll die dann wer kaufen?“ - Faaaaaaaaaaaalsch, ganz falsche Schlussfolgerung. Auf der Box muss auch nix „drauf“ sein, weil es im Internetz schon „drin“ ist und es wird jeden Tag mehr - wirklich viel mehr!
 
Und was bedeutet das nun für die Markenartikel- und Werbewelt?
Wenn Sie wollen, können Sie heue schon im „Fernsehen“ von „morgen“ sein, ohne Fernsehen buchen zu müssen. (wie, siehe oben!).
 
Wer es nicht glauben will: ab in den Mediamarkt oder zum Apple Händler, oder Online Apple TV kaufen oder Boxee Box im Internet bestellen und das Fernseh-3.0-Erlebnis ist auch in Ihrem Wohnzimmer zum Erleben!
 
Was soll ich aber schauen?
Hier ein paar Tipps:
Empfehlungen:

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