„Will it Blend?“ Ein Haushaltsmixer erobert die Welt

08.01.2011 16:05:00 (Kommentare: 0)

Content Marketing, denn „Huckepack“ war gestern!

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Immer wieder werden wir während unserer Beratungstätigkeiten gefragt, welche erfolgreichen, praktischen Beispiele es für Content Marketing gibt, die verdeutlichen, wie man diese Form des vermeintlich komplexen Handwerks umsetzen kann.

Eine dieser perfekten und erfolgreichen Kampagnen ist „Will it Blend?“ aus den USA.

Die Story

Tom Dickson, Gründer und Geschäftsführer von Blendtec, a division of K-Tec, Inc. USA, Hersteller von Haushalts- und Gastro-Mixern, verstand es sämtliche viralen Instrumente mit seiner Content Marketingkampagne perfekt umzusetzen.

Haushaltsmixer sind weder eine technische Innovation, noch Produkte, die im 21. Jahrhundert zu den „must haves“ zählen würden und wenn Sie darüber nachdenken, wann Sie zum letzten Mal das Bedürfnis verspürt haben, einen Mixer zu erwerben, werden Sie sich wohl kaum mehr daran erinnern können.

Was gäbe es auch großartig über Mixer zu erzählen? Eigentlich ein Produkt, das sich entweder - vorausgesetzt man benötigt es auch tatsächlich - über den Preis, oder vielleicht noch über sein Design verkaufen könnte. Ein Produkt, das von so ziemlich jedem Unternehmen der Haushaltselektronikbranche hergestellt wird und tatsächlich das wahrscheinlich langweiligste und in der Liste der Anschaffungswünsche von Haushaltsgeräten wohl irgendwo auf Rang 498ff rangiert.

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Nun, ein Schnäppchen sind die Dinger von Blendtec, vor allem die hier inszenierten Top-Modelle der Serie „Total Blender“ mit $ 399,- bis $ 439,95  auch gerade nicht und fallen somit nicht in die Kategorie des „Mitnahmeartikels“.

Dickson wusste wahrscheinlich, dass das einige Alleinstellungsmerkmal seines Produktes (enorme Robustheit, Unverwüstlichkeit und dadurch Langlebigkeit) nicht unbedingt die Merkmale sind, nach denen man seinen Mixer auswählt oder die einen Verkaufspreis jenseits der $ 300,- rechtfertigen würden. Ein 30-sekündiger Werbespot zum „Total Blender“ wäre wohl eher langweilig ausgefallen und andere klassische Alternativen hätten auch nicht mehr für das Produkt machen können, als diese Kernbotschaft, die definitiv keine kaufentscheidende ist in den Vordergrund zu rücken um den Preis zu rechtfertigen, denn „Mixen als Lebensgefühl“ zu vermarkten ist eine Herausforderung, an der Agentur und Auftraggeber zerbrechen würden.

Tom Dickson richtete also ein kleines Studio ein. Genial simpel und genial gestaltet. Eine Mischung aus 70er Jahre Labor und Teleshopping Studio. Ein Jingle dazu, ein Slogan - „Will it Blend?“ - und jede Menge Spass und Unfug. Diese Low Budget Clips produzierte er selbst und stand auch selbst vor der Kamera. Dass er selbst dabei Spass hatte kann man sehen, dass er von seinem Produkt überzeugt ist, ebenso und es daher wahrscheinlich  auf diese perfekte Art schafft tatsächlich ein „kultiges“ Produkt aus einem Mixer zu machen. Und das authentisch!

Alles andere, warum man unbedingt einen „Total Blender“ braucht, erzählt sich nun der Rest der Welt wechselseitig:

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Dickson „blended“ (mixt“ so ziemlich alles, was ihm in die Finger kommt - meist jedoch Gegenstände, die man üblicherweise nicht mixt und die sich eher weniger zum Verzehr eignen. Ein Mann, ein Mixer. Perfekte Inszenierung des Produktes mit einer riesen Portion Humor.

Der Erfolg gab ihm recht: Die Verkaufszahlen schnellten in die Höhe, der YouTube Kanal wurde mittlerweile 6,2 Millionen mal aufgerufen und die Videos 148 Millionen mal gesehen. Die über 351.000 Abonnenten des Kanals zeigen, dass „Will it Blend?“ als Unterhaltungsprogramm seine Fangemeinde gefunden hat.

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Tom Dickson schaffte es durch dieses Content Marketing Konzept nicht nur in alle Printmedien, relevanten TV Shows oder in die Fachmedien zu E-Marketing und Content Marketing, „Will it Blend?“ verkauft mittlerweile eigene Merchandisingartikel (DVD & T-Shirts) zum eigenen Programm.

Der „Tom Dickson Extreme Blender“ um schlanke $ 999,95 ist nicht nur zum Kultobjekt, sondern auch zur Marke geworden, die es nunmehr sogar in Europa, ohne jede klassische Unterstützung zu Bekanntheit gebracht hat. Und was viel wichtiger ist: die Marke, das Produkt und der Name wurden „sexy“ und sympathisch.

Als Tom Dickson begann, den iPad und iPhone Hype für sich zu nutzen, indem er selbige Geräte in seiner Online Show in seinen Blender steckte, gingen diese Videos um die ganze Welt mit über 600.000 Views auf YouTube.

Und es wäre nicht Tom Dickson gewesen, wenn er daraus nicht auch noch ein Gewinnspiel gezimmert hätte dessen Teilnehmerzahlen andere nur träumen ließen:

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Die perfekte Kombination aus Content, Social Media, Viralmarketing, Website, Community Bildung, Blogging, PR und letztlich Verkauf.

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Will it Blend“ wurde als Phrase dadurch zum Internet meme.

Content Marketing Kampagnen sind in Europa ein noch so gut wie völlig unentdecktes Mittel; die eigene Marke, das eigene Produkt und die eigenen Botschaften nachhaltig zu verbreiten, ohne „Huckepack“ auf den Reichweiten klassischer Medien „reiten“ zu müssen.

Dieses Instrument ist in einer Welt von diversifiziertem und fragmentierten Medienkonsumverhalten unerlässlich geworden. Investitionen ins eigene „Programm“, „eigene Medium“, in den eigenen Content rechnen sich. Content Distribution über die der Zielgruppe angepassten Kanäle (inkl. PR Maßnahmen) unterstützen die Transformation in die Berichterstattung der klassischen Medien.


(Autor: Roland Ernst Nikitsch) 

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